Krankheiten
Diese Seite beschäftigt sich mit folgenden Themen :
- Bakterielle Infektionen
- Atemwegsinfektionen
- Parasiten
- Nematoden
- Hexamiten
Zunächst ist der Hinweis von großer Wichtigkeit, daß grundsätzlich der Tierarzt für die Behandlung meiner Schlangen zuständig ist und eine Selbstindikation auch nach hinten losgehen kann.
Bevor ich zu den gesundheitlichen Beschwerden kommen, die bei Boas auftreten können, noch einige Hinweise:
Erkrankte Tiere sind bis zum Ende der Behandlung alleine und auf Zeitungspapier zu halten um andere Tiere nicht zusätzlich zu infizieren wenn nicht schon geschehen ist und eine möglichst sterile Haltung gewährleistet ist.
Kommt es bei einer Ihrer Schlangen zu gesundheitlichen Beschwerden sollten Sie nie auf Verdacht irgendwelche Behandlungsmaßnahmen vornehmen.
Zur Diagnose können Kotproben, Abstriche aus dem Maul, dem Darm (hier kann man auch Kloaken-Spülproben verwenden wenn kein Kot oder Urin vorliegt) dienen. Hier wird über eine spezielle Sonde Sterile Kochsalzlösung in die Kloake gespritzt und vorsichtig einmassiert. Anschließend streicht man mit etwas Druck diese wieder aus der Kloake heraus um vorhanden Kotanteile oder Harn auszuspülen. Diese gewonnene Probe wird dann umgehen zur Untersuchung an die entsprechende Institution weitergeleitet wenn dies Zuhause geschieht. Ein guter Tierarzt wird die Probe gleich vor Ort untersuchen. Die entsprechende Ausrüstungsgegenstände (Behälter zum Verschicken von Kotproben und Abstrichtupfern, Kanülen und Einwegspritzen) gehören zur Grundausstattung des Schlangenhalters.
Hierzu gehören auch :
- Ernährungssonden in verschieden Größen
- Isotonische Kochsalzlösung 0,9 %
- Holzspachtel
- Amynin©
- evtl. Bioserin ©
Kotproben lassen sich auch ganz gut in einer leeren Filmdose verschicken.
Bei bakteriellen Infektionen wird ein Antibiogramm erstellt, aus dem ersichtlich ist, welches Medikament den vorhandenen Keim abtötet.
Ich rate DRINGEND !!! davon ab auf gut Glück irgend ein Antibiotikum anzuwenden. Falls der Erreger schon resistent gegen das Antibiotikum ist, schreitet die Krankheit weiter fort und das Tier bekommt die vollen Nebenwirkungen des Medikaments zu spüren.
Als Ausnahme kann eine lebensbedrohliche Situation gelten, die es nicht erlaubt, das Antibiogramm abzuwarten. In diesem Fall ist mit dem Medikament zu behandeln welches den größten Erfolg verspricht und anschließend, sollte es sich als ungeeignet erwiesen haben, mit dem durch das Antibiogramm als wirksam ausgewiesenen weiterzumachen. Hier ist auf jeden Fall der Tierarzt gefragt.
Ein wichtiger Hinweis für die Dauer der Anwendung ! wenn ein Antibiotikum zu kurz oder zu niedrig dosiert verabreicht wird passiert folgendes:
- einige Erreger überleben die Behandlung und sind künftig unempfindlich gegen das Mittel
Auch gegen das hochgelobte Baytril© sind inzwischen schon einige Erreger resistent !
Also: Bitte immer ausreichend lange und mit der vorgeschriebenen Dosierung behandeln!
Injektionen verabreicht man bei Schlangen am besten unter die Haut von hinten unter die Schuppenreihen. Der Wirkstoff wird am Übergang vom ersten zum zweiten Drittel der Schlange eingespritzt. Das ganze bei ca. 2 bis 3 Uhr oder 10 bis 11 Uhr wenn man sich den Querschnitt einer Schlange auf einem Ziffernblatt vorstellt.
Häufige Krankheiten:
Baktierielle Infektionen
Diese zählen zu den häufigsten Erkrankungen. Das Terrarium ist auf Grund des darin herrschenden Klimas leider eine ideale Brutstätte für Keime aller Art.
Deshalb ist täglich (!) das Trink- und Badewasser zu wechseln. Die Wasserbecken muß dabei gründlich ausgespült und mit einer mindestens 20%gen Essigsäure gereinigt werden.
Infektionen des Magen- Darmtraktes
Befallene Boas zeigen Symptome wie Freßunlust, Auswürgen der Nahrung und breiigen Ausscheidungen, sowie erhöhtes Trinkbedürfnis. Die Tiere magern ab und wirken Interessenlos.
Erste Maßnahme ist das Einschicken einer Kotprobe. Sollte das Tier keinen Kot abgeben, empfehle ich eine Spülprobe wie Eingans beschrieben. Nach Erhalt des Untersuchungsergebnisses ist mit dem durch den Arzt empfohlenen Medikament zu behandeln.
Da der geschädigte Darm unter Umständen nicht mehr genügend Flüssigkeit aufnehmen kann, empfehle ich zusätzlich Injektionen mit einer Isotonen Kochsalzlösung 1ml/kg des Körpergewichts die nach 24 - 48 Stunden wiederholt werden kann.
Bakterielle Atemwegsinfektionen
Verursacher:
- Zugluft
- Stauluft
- falsche Haltungsbedingungen
Die erkrankten Tiere äußern es durch Blasenbildung an den Nasenöffnungen. Oft ist auch das Maul verschleimt und es sind röchelnde oder zischende Atemgeräusche zu hören.
Ein Abstrich hilft hier den Erreger zu bestimmen.
Sperrt die Schlange bereits ihr Maul auf, weil sie anders keine Luft mehr bekommt, ist unverzüglich mit der Behandlung zu beginnen.
Auch hier gilt mal wieder der Arzt ist für die Verordnung des entsprechenden Medikamentes verantwortlich.
Infektionen mit Parasiten
Hier unterscheidet man Ektoparasiten (die sich auf der Schlange niederlassen) und Endoparasiten (die im Körper der Tiere ihr Unwesen treiben).
Bandwürmer:
Bandwürmer treten fast nur bei Wildfängen auf. Sie können zu einer chronischen Darmentzündung führen. Typisch ist auch dass die befallenen Tiere kaum zunehmen auch wenn sie noch gut fressen. Bandwürmer lassen sich im Kot der Schlange nachweisen.
Behandlung kann nicht mit Panakur© gemacht werden da es die Bandwürmer nicht vernichtet.
Medikament der Wahl ist hier Droncit© (Wirkstoff Praziquantel) welches in Wasser aufgelöst wird und per Schlauchsonde verabreicht wird.
Dosierung ist 5mg/kg und ist nach 10 bis 14 Tage zu wiederholen.
Nematoden
Sie befallen meist den Magen- Darmtrakt und ernähren sich von Blut und Darmschleimhautgewebe. An diesen Stellen kommt es dann zu Entzündungen und bakteriellen Infektionen.
Diese können im Kot sehr gut nachgewiesen werden.
Panakur © (Wirkstoff Fenbendazol) ist gut geeignet erwischt aber leider die Lungenwürmer nicht.
Dosierung ist 80 bis 100 mg/kg. Das Medikament wird in Wasser aufgelöst und über eine Schlauchsonde verabreicht.
Eine Gabe über das Futtertier halte ich für nicht so wirksam.
Aber das soll jeder für sich entscheiden.
Eine mögliche Nebenwirkung ist z.B. Übelkeit und Erbrechen. Und somit kotzt die Schlange
Futter und Medikament aus und verliert zusätzlich noch an Subsatanz.
Hier noch einmal der Hinweis, daß die Gabe von hier beschrieben Medikamenten auf eigenes Risiko erfolgt.
Hexamiten
Einzeller die den Magen - Darmtrakt befallen. Betroffen ist hier die Darmschleimhaut und Magenschleimhaut. An diesen Stellen kommt es dann zu Entzündungen und bakteriellen Infektionen.
Die Behandlung erfolgt hier mit Metronidazol ©. Dosierung ist 60 bis 100 mg/kg und ist nach 10 bis 14 Tagen zu wiederholen. Eingabe des Medikamentes erfolgt auch hier über Schlauchsonde. |