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Die Fütterung

Diese Seite beschäftigt sich mit folgenden Themen :

Geeignete Futtertiere 

Tod oder Lebendig füttern

Frostfutter

Größe des Futtertieres bzw. die Futtermenge

Zwangsfütterung

Kot und Urin

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Geeignete Futtertiere 

Für Riesenschlangen gibt es eine große Auswahl an Futtertieren. Dazu zählen z.B. Ratten, Mäuse, Hasen , Meerschweinchen, Wüstenrennmäuse , Degus und Hamster . Auf  Federvieh wie Tauben, Küken, Enten sollte verzichtet werden, da hier erstens die Gefahr besteht Samonellen einzuschleppen und zum zweiten wird der Kot der Tiere sehr weich und sehr übel riechend ausfallen. Bei kleineren Boas oder Babys bieten sich Mäuse oder Rattenbabys an. Bei Adulten Tieren hingegen, braucht man da schon eher große  Ratten, Meerschweinchen oder Hasen. Es ist ratsam, hin und wieder einmal etwas anderes zu füttern. Das bringt etwas Abwechslung und schützt vor den möglichen Gefahren einseitiger Ernährung. Jedoch kann es auch passieren, das Sie ein Tier erwischen, was nur eine Sorte Futtertiere annimmt. Hier kann man nur versuchen das Tier umzustellen, um ihm Abwechslung zu bieten. Sollte dies scheitern gilt …  gebe der Schlange das was sie mag.

 

 

 Tot oder lebendig?

Ich kann jedem nur dazu raten seine Schlangen mit toten Futtertieren zu füttern. 

Hierdurch vermeidet man :

 -          Das die Schlange beim Beuteschlagen nicht vom sich wehrenden Futtertier verletzt oder eventuell durch einen Biss in den Schädel getötet wird

-          Das die Schlange vom Futtertier angenagt wird, wenn sie es nicht gleich wahrnimmt

  

Wenn jedoch mal ein Tier dabei ist, welches nur lebendes Futter annimmt, so gilt natürlich die Lebendfütterung. Man sollte aber versuchen das Tier auf totes Futter umzustellen. Lassen Sie auch niemals die Schlange aus dem Auge, die mit dem Futtertier  im Terrarium ist. Füttern Sie auch unbedingt alle Tiere einzeln, in einer seperaten Box. Es besteht sonst die Gefahr, dass wenn Sie mehrere Tiere in einem Terrarium füttern,  sich diese ineinander verbeißen, weil sie das Futtertier des Mitbewohners haben wollen und der es aber nicht hergeben will. Dies ist zum einem eine sehr blutige und auch nicht ganz einfache Angelegenheit. Schon gar nicht, wenn es sich um zwei oder drei ausgewachsene Weibchen handelt. Diese auseinander zu bekommen ist alleine fast unmöglich. Und die Gefahr selber gebissen zu werden ist extrem hoch. Das sollten Sie unbedingt vermeiden. Sollten Sie tatsächlich ein Tier in Ihrem Bestand haben, dass nur Lebendfutter annimmt, bieten Sie es mit einer Futterzange an. So wird die Gefahr, dass der Nager das Reptil verletzen kann minimiert.

 

  Frostfutter 

 

Vorteile von Frostfutter : 

-      kann bei Bedarf aufgetaut werden (dies soll jedoch gründlich geschehen um Erkrankungen zu vermeiden)

-          Milben und andere Parasiten z.B. Amöben werden durch die Kälte abgetötet

-          Die Schlange kann durch das Futtertier nicht mehr gebissen werden

 

Nachteile von Frostfutter : 

-          Vitamine gehen beim Einfrieren verloren

-          Prozedur des Auftauens kommt dazu

-          Nimmt eine Schlange mal ein Tier nicht  kann man das Futtertier nicht wieder einfrieren, sondern muss es entsorgen. Auch einer anderen Schlange soll das Tier nicht mehr angeboten werden. Dadurch besteht die Gefahr einer Krankheitsübertragung in andere Terrarien   

 

 Ich züchte alle meine Futtertiere selber. Diese werden mit genormten Labor Futter gefüttert. Zusätzlich erhalten sie Salat , Gemüse, Obst, Mischfutter und Mais. Diese Futtertiere sind vom Vitaminhaushalt sehr gut beisammen und können nun in entsprechend benötigter Größe eingefroren werden. Futtertiere, die man z.B. auf einer Börse oder schon gefroren im Geschäft einkauft, haben an Vitaminen fast nichts mehr zu bieten. Ist aber auch kein Wunder, bedenke man, dass man zum Teil Adulte Ratten für 1,25 € bis 2 € kauft so kann man an zwei Fingern abzählen, mit was diese gefüttert worden sind. Hochwertiges Futter scheidet hier sicherlich aus. Ausnahmen soll es da sicherlich geben. Ich weiß jedoch bei meinen von mir gezüchteten Tieren genau, was sie zu fressen bekommen haben und was nicht. Dies kann man bei zugekauften Tieren fast nie nachvollziehen.

Ein Nachteil des Frostfutters bzw einfrieren der Futtertiere bleibt allerdings immer bestehen und soll nicht unerwähnt bleiben. Durch das Einfrieren gehen Vitamine verloren. Deshalb ist es notwendig, gelegentlich mit einem Multivitaminpräparat verloren gegangene Vitamine zu ersetzen. Dieses wird in die Futtertiere gespritzt (kurz vor der Verfütterung). Gut geeignet ist z.B. Vitakompex, welches auch ins Trinkwasser der Futtertiere gegeben werden kann. Die Dosierung ist hier 0.5 ml/kg Schlange. Es ist aber davon abzuraten, diese auf das Futtertier zu träufeln, da die Schlange von dem Eigengeruch des Saftes irritiert werden könnte (dieser richt wie Multivitaminsaftkonzentrat).

Es sei davor gewarnt, es mit der Vitaminisierung zu übertreiben, denn das in den meisten Vitaminpräparaten enthaltene Vitamin A kann bei Überdosierung dazu führen, dass die Schlange in sehr kurzen Abständen in die Häutung kommt. Oft dauert es sehr lange, bis der Organismus des Tieres das überschüssige Vitamin A wieder abgebaut hat. Die natürlichste Weise ist und bleibt die Futtertiere selbst zu züchten und sie mit hochwertiger Nahrung zu versorgen. Ratten lieben Obststückchen, Salatblätter, Maiskolben usw. Nur mit Pellets, Brot und Zwieback großgezogene Nager ergeben kein gutes Schlangenfutter.   

 

  

 

Die Größe des Futtertieres bzw. die Futtermenge

 

Jede Boa verwertet ihr Futter unterschiedlich. So kann man keine genauen Angaben darüber machen, wie viel gefüttert werden muss oder kann. Als Leitfaden kann man festhalten: bis zum Alter von drei Jahren Füttert man das drei bis vierfache von der Körpermasse der Schlange. Vom dritten Jahr an reduziert man die Menge auf das ein bis anderthalbfache der Körpermasse der Schlange. Grundsätzlich sollten Männchen zurückhaltender gefüttert werden. Hier gilt die untere Grenze. Reinrassige Unterarten von Boa constrictor, insbesondere Boa c. constrictor , sind berüchtigt dafür, dass Sie bei zu häufiger oder zu großer Fütterung den angeboteten Nager  halbverdaut wieder auswürgen. Dem können Sie  jedoch entgegenwirken wenn Sie sich an folgende Grundregeln halten:   

- Boas in den ersten sechs Lebensmonaten nur mit frisch behaarten Mäusen oder nackten Ratten füttern

 - Babys von Boa c.c. nur alle zwei Wochen füttern, ab dem sechsten Monat in Abständen von 10 Tagen  

 - Babys und Junge Tiere sollten vor der nächsten Fütterung immer den zuletzt erhaltenen Nager abgekotet haben.

   Ist dies nicht innerhalb der Vierzehntagesfrist geschehen, empfehle ich noch etwas abzuwarten. 

 - Bedenken Sie, dass das Auswürgen der Nahrung Substanz kostet! Mehrmaliges Auswürgen hat schon vielen

   Boas das Leben gekostet. 

 - Das Auswürgen halbverdauter Nahrung führt zu einem erheblichen Flüssigkeitsverlust und somit zur

  Schwächung des Tieres. Den Flüssigkeitsverlust kann man mit einer Elektrolytlösung die man unter die Haut   

   injiziert ausgleichen.

 -  Die Dosierung liegt bei  0,5 - 1ml Kochsalzlösung pro 100 Gramm Körpergewicht der

Schlange. Eine einmalige Gabe ist hier sehr hilfreich. Bei Bedarf nach 24 Stunden wiederholen. 

Ebenfalls ist die Zugabe von Amynin per Schlauchsonde (1ml/100 gr. Schlange) zu empfehlen.

Besteht im Umgang mit Schlauchsonden keine Erfahrung ist der Tierarzt gefragt.  

- Verdaut die Boa regelmäßig, kann man allmählich größere Futtertiere anbieten. Im Zweifelsfalle lieber öfter, aber dafür kleiner füttern. 

 

Die Zwangsfütterung

 

Verweigert ein neugeborenes Boa Baby auch Wochen nach der ersten Häutung hartnäckig die Nahrung und befindet es sich in einem Zustand, wo nicht länger gewartet werden kann, ist Zwangsfüttern angesagt.    

Um dies durchzuführen töten Sie ein Futtertier geringer Größe (Babymaus oder nackte Ratte) und machen es mit Eiklar oder Olivenöl gleitfähig. Anschließend nehmen Sie den Nager  mit einer stumpfen Pinzette so, dass die Enden nicht über den Kopf hinausragen. Dann schieben Sie das Futtertier in den Schlund der Schlange, bis es nicht mehr zu sehen ist. In den meisten Fällen wird dadurch der Schluckreflex der Schlange aktiviert und der Weitertransport des Nagers in den Magen ohne weitere Hilfe durchgeführt. Geschieht das nicht, massieren Sie den Nager vorsichtig in Richtung Körpermitte der Schlange. Nach 10 bis 14 Tagen können Sie erneut Futter anbieten. Bei Verweigerung erfolgt wieder Zwangsfütterung. Oftmals reicht es auch schon aus das Futtertier in die Zähne der Schlange einzuhaken. Bei einigen Tieren reicht dies aus um den Fressvorgang zu aktivieren.  Diese Prozedur muss solange wiederholt werden, bis das Tier selbständig frisst. Meist ist dies nach wenigen Wochen der Fall sein. Ich habe allerdings auch schon einen hartnäckigen Verweigerer gehabt, der mehr als 4 Monate zwangsgefüttert werden musste ,bis er wie von Geisterhand das gleiche Futtertier wie noch eine Woche zuvor verweigert selber fasste, würgte und verschlang. Eine Zwangsfütterung von kranken Schlangen führt in vielen Fällen zum baldigen Tot der Tiere. Durch den Stress der Zwangsfütterung und durch die Resorbierung von Flüssigkeit durch den Verdauungsvorgang wird das eh schon kranke Tier noch mehr geschwächt. Als Regel gilt hier eine Schlange die schon selbständig gefressen hat, beginnt automatisch nach der Genesung mit dem Fressen. Deshalb halte ich eine Zwangsfütterung nur bei Riesenschlangenbabys, die das Futter verweigern für vertretbar. Eine Gesunde Riesenschlange frisst im Normalfall Problemlos, es sei denn sie ist Trächtig oder es ist Paarungszeit. Als Nahrungsmittelergänzung kann man aber Amynin oder Bioserin mit der Schlauchsonde geben.

   

 

Kot und Urin 

 

Nach ungefähr drei bis fünf Tagen nach der Fütterung scheidet die Boa Urin und Harnstein aus. Beim Harnstein handelt es sich um weißlich bis gelbliche oder grüne Substanz von weicher manchmal auch harter Konsistenz. Der dann später abgegebene Kot sollte schon geformt und von bräunlicher Farbe sein.  Beim Verfüttern von Federtieren werden die Ausscheidungen breiig und übelriechend ausfallen. Es besteht aber kein Anlass zu Sorge, denn das ist in diesem Fall normal.  

Auch brauchen Sie sich keine Gedanken zu machen, wenn Adulte Boas sehr lange nicht abkoten. Insbesondere Abgottschlangen der Subspezies Boa c. c sind Spezialisten im Kotsammeln, wie ich feststellen konnten. Bei ihnen muss man schon bei den Babys verhältnismäßig lange warten, bis die verabreichte Maus verdaut wieder zum Vorschein kommt.  Auch einer meiner Adulten Böcke sammelt manchmal mehrere Monate bis dann auf einmal Fünf oder sechs Ratten ausgeschieden werden. Dies kann schon mal 6 Monate sein.

Bei Verdacht auf Kotstau baden Sie Ihre Schlange einfach in handwarmen Wasser einige Zeit lang. Dies hilft in den meisten Fällen Wunder.

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