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Das Terrarium

   Terrarium und Einrichtung 

Wichtiges zu diesem Thema

 

Ich möchte mich hier auf die Beschreibung von Terrarien beschränken wie sie für Riesenschlangen sein können und welche Vor- und oder Nachteile beim Bau und Auswahl des Behältnisses zu beachten oder zu bedenken sind.

Hier sollen Sie nützliche Tipps und Anregungen finden und von meinen Erfahrungen Nutzen ziehen. Sollten Sie Verbesserungsvorschläge haben, so bin ich für Anregungen stets offen und freue mich über neue Erkenntnisse. 

Die hier beschriebene Bauart, ist die, mit der ich die besten Erfahrungen gemacht habe.

Diese Seite beschäftigt sich mit folgenden Themen :

- Bau des Terrariums

- Material

- Beheizung

- Raumheizung

- Bodengrund

- Belüftung

- sonstige Einrichtungen

- Trinkgefäße

- Beleuchtung

- Trennwände

- Luftfeuchtigkeit

- Meßgeräte

- Luftfeuchtigkeit bei Raumheizung

Das Terrarium der Riesenschlange und dessen Bau

 Größe des Terrariums: Als Richtlinie für die Dimensionierung der Größe kann man sagen, dass die Diagonale der Grundfläche der Länge des Tieres entsprechen soll. Dies gilt natürlich als Minimum. Es gilt jedoch, dass gerade Jungtiere dazu neigen sich in zu großen Terrarien nicht wohl zu fühlen. Sie gehen schlecht ans Futter und werden aggressiv. Hier gilt lieber etwas zu klein und die Tiere fressen und bereiten keine Probleme. Oft ist es vorgekommen, dass ein Baby im Terrarium nicht fressen wollte. Dieses Tier habe ich dann in eine separate kleine Plastik Box gesetzt und habe ein wenig gewartet. Anschließend habe ich  nochmals Futter angeboten und siehe da... das Tier welches vorher nicht fressen wollte, hat sofort zugeschnappt und gefressen. Ich konnte auch schon bei Wildfängen beobachten, daß diese Tiere sich nur in größeren Terrarien wohl fühlen. Sie bevorzugen auch nach meinen Beobachtungen ehr hohe Terrarien wo sie nach oben nicht so eingeengt sind.

Dies gilt aber auch nicht für alle Wildfänge.

 

 

 

Material des Terrariums

 Ich empfehle Buche oder andersfarbige kunststoffbeschichtete Spanplatten (19 mm) und Glasscheiben als Schiebefenster. Sollte der ganze Raum beheizt werden kann man die Scheiben durch Draht Rahmen ersetzen. Hierzu aber auch mehr unter der Rubrik Raumheizung.  Scheiben in der Stärke von 2 bis 6 mm je nach Bedarf sind hier zu verwenden. In diesem Holzterrarium hält sich die Wärme sehr gut. Kot und Urin lassen sich aufgrund der Beschichtung leicht entfernen, da nichts ins Holz eindringen kann. Wichtig ist hier, das alle innen liegenden Fugen mit Aquarien Silkon versiegelt sein sollen, da dieses spezielle Silikon für die Tiere verträglicher ist, als das herkömmliche Silikon, auch wenn es wesentlich teurer ist.  

WARUM NICHT GLAS ????

 Versuchen Sie doch einmal in einem Glasterrarium ein Thermostat oder eine Ablage zu befestigen! In Glas lassen sich Schrauben denkbar schlecht einsetzen und alles mit Silikon zu kleben ist auch nicht des Meisters Lösung. Dies ist nur ein Nachteil von Glas. Andere sind z.B. fehlende Wärmeisolation bei Glas. Ich möchte hiermit auch die Frage des Materials abschließen und es jedem Halter selber überlassen, wie er seine Terrarien gestaltet. Ich selber, bin auf Grund der umfangreicheren Möglichkeiten und freien Größengestaltung, beim Holz geblieben. Auch alleine schon durch die Größe die man Teilweise benötigt rate ich von Glas ab.

 

 

Beheizung

 

Von jeglicher Art von Bodenheizungen rate ich dringend ab. Die Schlangen liegen mit großer Vorliebe drauf, aber  trocknen nach und nach aus. Das erste erkennbare Resultat: Die Tiere häuten sich nur sehr schlecht, weil der Wasserhaushalt der Tiere nicht stimmt. Auch ein erhöhtes Trinkbedürfnis ist festzustellen. Andere Terrarianer wiederum nutzen die Bodenheizung, um das Wasserbecken draufzustellen, um das Wasser schön mollig warm zu machen und eventuell dadurch eine höhere Luftfeuchtigkeit zu erzielen. Der Erfolg ist, dass das Wasser schön lauwarm ist und eine besonders gute Brutstätte für schädliche Bakterien wird. Ich habe noch nie Heizkabel und Matten verwendet, und es hat  mir noch kein Tier übel genommen. Das Terrarium heizen Sie am besten mit einem Infrarotstrahler auch als Elsteinstrahler bekannt. (von 60 bis 250 Watt), der kein sichtbares Licht abgibt. Dies ist wichtig um den Tieren nicht das Gefühl zu geben sie seien in einer Diskothek. Die Wärmequelle muss UNBEDINGT!!!! mit einem stabilen Schutzgitter umgeben sein da sich die Tiere sonst schwerwiegende Verbrennungen zuziehen können, die nur langsam und schlecht verheilen. Heilungsprozesse dauern bei Schlangen sehr lange. Heilungsprozesse von einem Jahr oder mehr sind keine Seltenheit und sind zudem noch lästig für den Schlangenhalter, denn die Wunden müssen immer wieder versorgt werden, um Infektionen zu vermeiden. Dies ist zusätzlich zu der Wunde noch Stress für das Tier.

Den Infrarotstrahler befestigen Sie an der Decke des Terrariums etwa beim  Drittel der Längsseite. Gesteuert wird das ganze von einem Thermostat, dessen Messfühler die Innentemperatur misst und den Strahler ein oder ausschaltet. Eine gute Wahl ist hier ein Heizungssteuerungsthermostat der Firma Conrad Elektronik, welches komplett ins Terrarium eingebaut wird. Es gibt auch noch sog. Thermotimer, wo ein Fühler direkt an der Stelle Platziert wird, wo sich das Tier am liebsten aufhält. Ich selber habe, bis auf das Terrarium mit den Corallus Caninus, alle Terrarien mit den benannten Heizungssteuerungen ausgestattet. Diese kommen aber mit der hohen Luftfeuchtigkeit, welche die Corallus Caninus benötigen, nicht klar. Diese Thermostate setze ich seit dem Anfang als Schlangenhalter ein. Bisher hat noch keines dieser Geräte seinen Dienst  aufgegeben.  

 

 

Heizungssteuerungsthermostat 

 

Elsteinstrahler mit Berührungsschutz

 

 

Da ich alle meine Tiere nun Glücklicherweise in einem Raum unterbringen kann habe ich das ganze Heitzsystem umgestellt.

Hier kommen sie zu der Seite die sich mit dem Thema Raumheitzung befasst.

 

 

 

 

Bodengrund

 

Welchen Bodengrund verwende ich am besten ?

 Hier nur ein Beispiel, welches für viele Substrate gilt (leider!) Eines der verbreitetsten Substrate ist wohl das s.g. Repti Bark oder auch Buchenholzspäne  

- Vorteile: Es riecht gut  und es sieht gut aus, das ist aber leider schon alles

- Nachteile  : SAU TEUER!  Kot und Urin ist schlecht zu sehen und es ist denkbar schlecht sauber zu halten 

Beispiel: mein erstes Terrarium war mit diesem Bodengrund ausgestattet. Optisch ein Hammer aber Praktisch ???? Immer wieder habe ich gedacht, dass sich auf dem Boden Kondenswasser bildet. Auch der Kot war schlecht sichtbar. Als ich dann eines Tages Live Beobachtet habe wie dieses Tier über dem Wasserbecken Urin gelassen hat wusste ich auch, was die Flüssigkeit unter dem Substrat war ! URIN ! Nach diesem Erlebnis habe ich dann auf Zeitungspapier umgestellt. Kot und Urin sind sofort sichtbar und können ohne große Mühe entfernt werden.

Sollten sich einmal Milben eingeschleppt haben, sind auch diese leichter zu bekämpfen. Hierzu später mehr.

 

Belüftung

 

Riesenschlangen haben einen wesentlich geringeren Sauerstoffbedarf als Säugetiere. Deshalb  sind großflächige Belüftungsöffnungen nicht notwendig. Eine zu großflächige Lüftungsöffnung  geht zu Lasten der Luftfeuchtigkeit, da sich die Heizung öfters eingeschaltet wird und  leichter Zugluft entsteht. Ich verwende Möbelbelüftungen die ich an der Front oder an der Rückseite anbringe. Was auf jeden Fall zu vermeiden ist:

-Zugluft und Luftstau

Es muss eine gleichmäßige Ventilation geschaffen werden.

 

Sonstige Einrichtungen

 

Ich bevorzuge Birken Äste und Ablagen aus Holz. Die Schlangen lieben es.  Oft wird gesagt, das Boas, besonders Adulte Tiere nicht klettern. Ich kann nur das Gegenteil berichten. 

 

Dieses Surinam Männchen fühlt sich sichtbar wohl und lauert dort gerne auf Futter.

 

 

 

In ein Terrarium gehört auch ein Platz, an dem sich die Tiere verstecken können. Es gibt Korkrinden verschiedener Größe  die von Boas und anderen Schlangen erfahrungsgemäß sofort akzeptiert werden. Leider sind diese Rinden schwierig zu reinigen. Deshalb benutze ich sie nur bei einigen Babys. Sonst kommen große Tontöpfe, die es auch aus Kunststoff gibt, zum Einsatz. Diese sind normalerweise zur Bepflanzung vorgesehen. Mit einer Flex lassen sich hier leicht für die Schlangen passende Öffnungen heraustrennen. Das Gefäß wird anschließend umgekehrt ins Terrarium gestellt, und fertig ist das Versteck. Die Tontöpfe können wenn nötig, leicht abgewaschen werden und im Bedarfsfall auch im Backofen hoch erhitzt werden um Keime abzutöten. Dies lässt sich leider mit Plastik und Kork oder Holz nicht realisieren. Für Babys eignen sich jedoch die Papprollen aus den Küchenrollen hervorragend.

 

 

  

Dieses Surinam  Männchen liegt teilweise Wochenlang in diesem Unterschlupf

  

 

Trinkgefäße

  

Der größte potentielle Seuchenherd im Terrarium ist das Wasserbecken. Krankheitserregende Bakterien, die bei Riesenschlangen zu Infektionen des Magen- und Darmtraktes, sowie der Lunge führen können, halten sich bevorzugt in diesem  auf. Das Trink- bzw. Badewasser der Schlange muss deshalb TÄGLICH gewechselt werden. Dabei sollten Sie das Becken gründlich ausspülen, mit einer mindestens 20%iger Essigsäure am besten Essigessenz intensiv säubern und anschließend gut ausspülen, bevor wieder frisches Wasser einfüllen.

Bei mir hat jedes Wasserbecken seinen eigenen Schwamm, die untereinander keinen Kontakt haben, um eine Übertragung von Keimen und Krankheitserreger zu vermeiden. Jeder Schwamm hat auch seine eigene Schüssel zur Aufbewahrung.

 

Dies ist nur eine mögliche Lösung um den Tieren eine Wasserstelle zur Verfügung zu stellen

 

 

Beleuchtung

  

Dies ist ein Thema, wo sich die Meinungen der Fachwelt teilen. Ich selber verwende Neonröhren mit und ohne UV Anteil und ich behaupte keinen Unterschied festzustellen. Diese Entscheidung muss jedoch jeder für sich treffen. Wichtig ist hier nur zu sagen, das wenn Sie einen Reflektorstrahler verwenden, sichergestellt werden muss wenn dieser einmal platzen sollte keine Glasscherben auf die Tiere fallen können.

 

 

Trennwand in den Terrarien

 

 

Eine herausnehmbare Trennwand im Terrarium ist zwar kein Muss, aber bei der Haltung von mehreren Tieren in einem Terrarium ist dies jedoch außerordentlich praktisch, da Tiere bei z.B.  Trächtigkeit , Fütterung oder zur Trennung der Geschlechter vor der Paarungszeit einfacher zu trennen sind. Am besten eignet sich ein mit einem Drahtgitter versehener Holzrahmen der  seitlich herausgenommen werden kann. Aber auch eine Trennwand ohne Gitter kann verwendet werden um die Tiere auch Optisch voneinander zu trennen. Aber auch eine Konstruktion, bei der die Trennwand nach vorne herausgezogen oder in der Art eines Schiebeglases ausgehängt wird, ist denkbar. Die Art und Weise der Trennung hängt natürlich auch mit dem Können und Geschick des Handwerkers zusammen der diese Konstruktion umsetzen muss.

  

Hiermit trenne ich Surinam Babys nach Geschlechtern. Gut ist hier auch zu sehen, das es auch möglich ist mit einem Heizstrahler zu Arbeiten

  

 

Regulierung der Luftfeuchtigkeit

 

Ich reguliere die Luftfeuchtigkeit über die Größe der Wasserschalen. Die dadurch erreichte Luftfeuchtigkeit hängt in erster Linie von der Wasseroberfläche der Schale ab. So sind Sie auch in der Lage auf die Unterschiedlichen Gegebenheiten zu reagieren um den Tieren immer die Optimalen Werte zur Verfügung zu stellen. Dabei ist darauf zu achten das die Wasserbehälter auf keinen Fall auf eine Heizmatte oder Kabel zu stellen sind, denn dadurch entstehen wahre Seuchenherde. Eine andere Möglichkeit ist mit Luftbefeuchtern zu Arbeiten. Hier ist jedoch zu bedenken, das diese Geräte mit Lüftern arbeiten die den Nebel ins Terrarium befördern. Hier kann leicht Zugluft entstehen. Ein weiterer Nachteil ist wenn die Luft von außen kommt. Diese ist in den meisten Fällen kalt oder mindestens kühler als die Terrarienluft und durch den Wassernebel kühlt diese noch weiter ab. Somit kann es bei hohen Luftfeuchtigkeiten dazu kommen das das Terrarium stark abkühlt und die Tiere sich eine Erkältung einfangen. Auch die Tiere direkt per Hand zu besprühen halte ich für Bedenklich aber auch hier teilen sich die Gemüter stark. Ich bin der Meinung, das man versuchen sollte den Tieren die Gefahr zu nehmen sich eine Erkältung einzufangen. Hier sollte wenn unbedingt notwendig auf den Einsatz einer Beregnungsanlage zurückgegriffen werden wie z.B. bei Corallus Caninus oder Condrophytons.

Weiters zu Beregnungsanlagen unter Coarallus Caninus. Ich habe allerdings bis auf Corallus Caninus die Erfahrungen gemacht das mit Handelsüblichen Waschschüsseln oder Untersetzern für Pflanzenkübel eine genügend große Oberfläche geschaffen werden kann um die erwünschten 60 bis 70 % Tagsüber zu erreichen. Nachts steigt die Feuchte durch die Niedrigeren Temperaturen sowieso an. 

 

 

Messgeräte

 Ich verwende 2 Messgeräte-Typen die im übrigen in keinem Sortiment eines Terrarianers fehlen dürfen.

Es sind Geräte zu Ermittlung der Temperatur (Thermometer) und ein Gerät zu Ermittlung der Luftfeuchtigkeit (Hygrometer). Beide sind in Manueller und Digitaler Ausführung erhältlich.

 

Tipps zur Messung.

 

Temperatur:

Messen Sie einmal an der Stelle wo die Temperatur am niedrigsten ist und einmal an der Stelle wo sie am höchsten ist. So können Sie die Temperatur so einstellen das ein Optimaler Bereich und ein Temperaturgefälle im Terrarium entsteht. So kann sich das Tier dort aufhalten wo es sich gerade wolfühlt.

 

 

                                                                                                                 Luftfeuchtigkeit:                                        

Messen Sie parallel zur den Messstellen wo Sie im Vorfeld auch schon die Temperatur gemessen haben. An den Stellen wo die Temperatur am niedrigsten ist werden Sie die höchste Luftfeuchtigkeit messen und entgegengesetzt werden Sie an den Stellen wo die höchste Temperatur zu messen ist die niedrigste Luftfeuchtigkeit messen. Stellen Sie die Luftfeuchtigkeit so ein, das Sie an der Messstelle mit der niedrigsten Luftfeuchte den Optimalen Wert erreichen.

 

Mehr zum Thema Luftfeuchtigkeit bei Raumbeheizung finden Sie hier

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